Nun sind 12 Stunden vergangen – und ich sitze hier mit dick verquollenen Augen.
Die 2 Flaschen Wein, die ich mir reingezogen habe, helfen auch nicht viel. Nikita liegt in der kühlen Erde und mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass die Würmer sie nun fressen werden – dass meine Süße jetzt dort vergammelt.
*heul …*
Um mich abzulenken habe ich heute Fenster geputzt. Aber Nikita wird nicht mehr auf den Stuhl steigen um hinaus zu gucken. Nikki wird auch nicht mehr abends vor mir stehen und ein Leckerlie von mir fordern. Ja, sie hat gefordert.
Quicknik wird sich auch nicht mehr im Bett breitmachen und mir ihre Beine in den Busen und Bauch strecken um Platz zu bekommen. Ich bereue jetzt die Male, die ich sie wütend aus dem Bett verbannt habe und ihr lautstart erklärte, dass dies mein Bett ist. Hätte ich sie nur gelassen……..
* wieder heul*
Ich trinke nun die dritte Flasche Wein – und bin sicherlich nicht ganz klar im Kopf, wärend ich hier schreibe. ich habe auch noch nichts gegessen heute – aber Nikelbi hat seit 10 Tagen nicht mehr gefressen, sondern nur von Elektrolyte-Infusionen gelebt.
Gelebt? Nein, das war kein Leben mehr.
Ich habe es nicht erkannt, wollte es nicht erkennen. Die Frau Doktor hat gestern noch gefragt, wie lange ich meinen Hund noch leiden lassen wolle. Nikita wird wieder gesund, war meine feste Überzeugung. Und in einem Tagtraum sah ich uns gesund und munter in die Praxis marschieren um es zu beweisen.
Es sollte nicht sein – Nikita liegt in der Erde – ist tot…..
*heul………..*
Erst vor kurzem habe ich sie in Mittenwalde abgeholt. Sie war 8,5 Wochen alt und jammerte auf der Hälfte der Rückfahrt. Sie war ja so klein….
*heul…………*
Nikki hat so wunderschöne Kinder bekommen – sie würde bald (hoffentlich) auch wieder Oma werden.
Aber tröstet mich das? NEIN, nicht im mindesten. Denn Nikita ist es, die mir so sehr fehlt. Welcher Arsch hat sich den Spruch ausgedacht: *Sie lebt in ihren Kindern weiter.* Nikita lebt nicht mehr, und ihre Kinde sind eigene Wesen und Persönlichkeiten. Nix mit Nikita-Abklatsch – sowas gibt es nicht und ist mir ehrlich gesagt auch kein Trost. Nikita´s seidenweiches Fell werde ich nie wieder streicheln können. Ihren Körper werde ich nie wieder als Wärmflasche benutzen können. Auch nicht, wenn ich Ihre Tochter im Arm halte…!
Sie liegt in der Erde und die Würmer werden sie auffressen.
*heul…..*
Das Leben ist so Scheiße. Warum hat man Hunde? Hunde, die einen viel zu früh verlassen. Hunde die 13 Tage vorher noch kerngesund waren und nach 12 tagen tot sind. Ist es das Wert? Ich zweifele.
Dieses Gefühl, ich habe nicht alles versucht, bleibt bestehen. Auch wenn man weiss, dass man alles getan hat.
Die Zeit heilt die Wunden … na, sowas blödes hat die Welt noch nicht gehört. Nichts kann diese Wunde heilen. *Nikita, Quicknik, Nikelbi* hat mich allein gelassen, ist einfach gestorben……
*heul………….*
Sollte der Mensch wirklich so sehr leiden müssen um den Verlust einen Hundes? Ist doch nur ein Hund!
Nein, Nikita ist kein Hund, sie ist mein Schatten, sie ist ein Teil von mir.
WAR……….
24. Juli 2008 at 7:25
Hallo Marietta,
ich sitze hier und heule mit Dir – eben noch hast Du sie abgeholt, eben noch hat sie in Mittenwalde das tiefste Loch gebuddelt, was ein Welpe je gebuddelt hat. Eben noch … Ja, Nikita war etwas ganz Besonderes! Aber das Leben ist manchmal sehr ungerecht, und heute ist so ein Tag.
Steffen und ich hüten jetzt Nikitas Tochter Latoya und ihre Eltern Honky und Ironman – wer hätte gedacht, dass die beiden sie überleben werden? Ja, das Leben geht komische Wege…
Wir sind ganz fest bei Dir – liebe Grüße von
Sunny und Steffen
25. Juli 2008 at 5:09
Liebe Marietta,
Du hast recht, Niemand kann trösten. Keine Worte, keine Taten!
Trotzdem möchte ich Dir schreiben, wie leid es mir tut!
Wie schwer ist es, ein geliebtes Wesen, ob Mensch, oder Tier, zu verlieren!
Ich fühle mir Dir!!
Traurige Grüße,
Yvonne
26. Juli 2008 at 12:55
..und wie ich dich versteh’,Marietta…
Schicksal annehmen ?neeee, schlucken muss mans .
Regenbogenbrücke ?nette Idee,schöne Vorstellung….
Claudia
26. Juli 2008 at 3:06
Ich denke, wir können das alle verstehen und die meisten von uns kennen den Schmerz bereits und es tut jedes Mal genauso weh. Wenn einige Zeit vergangen ist, läßt der Schmerz nach, trotzdem, ein bißchen weh tut es auch nach vielen Jahren noch, an einen geliebten Hund zu denken, der uns verlassen hat.
Trost gibt es keinen, ich fühle mit Dir und wünsch Dir Kraft, den Verlust zu ertragen.
Ulrike
4. August 2008 at 3:40
Hallo liebe Marietta,
es ist schon seltsam wie tief so ein geliebter Hund einen selisch durchdringen kann. Nachdem unsere Belle Amie tot war, habe ich noch wochenlang ihre Schritte im Haus gehört und ihre weiche Wolle an meinem Bein unter dem Tisch gespürt. Sie ist in ihren 9 Lebensjahren ganz und gar ein Teil von mir geworden. Ihre Marotten und drolligen Geschichten erzählen wir uns noch heute bei Familienfesten.
Deine Barbara
24. September 2008 at 6:15
Ich war lange nicht auf der Homepage und habe es eben erst gelesen. Ich bin erschüttert – die Mutter meiner beiden Lieblinge ist tot?
Ich weiß wie sehr man sie ins Herz schließt – ich liebe meine beiden Racker heiß und innig, wenn sie mich ab und zu auch fast in den Wahnsinn treiben – aber sie sind meine Lieblinge. Und in Ihnen lebt auch ein Teil von Nikia weiter – wie in all ihren Welpen sie sie uns geschenkt hat.
Ich glaube an das Leben nach dem Tot – auch bei Tieren. Sie läuft jetzt mit den Anderen auf einer großen grünen Wiese, mit viel bunten Blumen, so weit und so lange sie will – ohne jegliche Gefahr, gesund, munter und glücklich!
Deshalb wird sie hier auf Erden natürlich trotzdem fehlen.
Liebe Grüße und viel Kraft
Gina Maus mit Stan & Olli